Bayerischer Jura: "Fischzug" nur für Männer
Nach Schmidmühlen geht der närrische Mann am Aschermittwoch. An den vorhergegangenen Faschingstagen hat er genügend getrunken und Unsinn gemacht. Nun muss er büßen. Dazu zieht er einen schwarzen Anzug an und setzt einen Zylinder auf. Es gibt einen Zeremonienmeister, welcher den närrischen Herren - es sind deren unbedingt immer 80 - einen Fisch auf den Rücken malt und zwar mit weißer Kreide. Alsdann formiert man sich im Gänsemarsch zu einer langen Schlange, begibt sich auf die linke Straßenseite und besucht dort jede einzelne Wirtschaft - wohlgemerkt, nur die auf der linken Straßenseite Da sich aber zuweilen auch auf der rechten Straßenseite einladende Wirtshäuser befinden, macht man große Anstrengungen und mühsame Umwege, um auch in diese zu gelangen. Wenn man unterwegs ist, darf man weder lachen, noch reden, noch pfeifen und auch nicht rauchen - schließlich handelt es sich um einen Trauerzug. Am Ende des Umzugs werden die dann sicherlich leeren Geldbeutel unter Jammern und Wehklagen feierlich beerdigt.

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