19. Oktober 2011

Spanien: Feste um Allerheiligen

Spanien ist im Herbst vielleicht am Schönsten. Die Sommertouristen sind weg und die Spanier sind weitgehend wieder unter sich. Wenn die Ernte eingebracht ist, wird umgehend in allen Landstrichen, in den kleinen Dörfern und auch in den Städten gefeiert. Ganz besonders Ende Oktober/Anfang November, also um Allerheiligen. Natürlich geht man als Katholik an die Gräber der Angehörigen und schmückt sie wie bei uns auch. Wenn genügend getrauert ist, wird ausgelassen gefeiert - und davon versteht man in ganz Spanien mehr als bei uns.

Da wird beispielsweise in den Markthallen von Cadiz - die auch an normalen Tagen sehenswert sind - das Obst kostümiert. Verkleidete Schweinchen schauen da über die Wursttheke, Fische sind als Schlachtenbummler des örtlichen Fußballclubs angezogen, Orangen haben Gesichter aufgemalt - kurz, die ganze Produktvielfalt der Region wird in Szene gesetzt und erlangt dadurch natürlich große Aufmerksamkeit. Vor allem am 31. Oktober quellen die Stände über von Nüssen, Birnen, Datteln, Äpfeln und Avocados. Wild, Zicklein und das iberische Landschwein sind fast im Übermaß vorhanden und es ist unmöglich, hier nicht frisch und vielfältig einzukaufen.

Die "Fiesta de los Mercados" - das Fest der Märkte also, ist das Hauptereignis vor dem Winter. Es besteht übrigens bereits seit dem Jahr 1876.

Ähnlich gehts um den 1. November herum in der Provinz Alicante zu. In Cocentaina ist das Fest ebenfalls schon Jahrhunderte alt. Auch hier werden vor allem die Produkte der Region angeboten - aber darüberhinaus auch Landmaschinen, Pferde und Esel. Es getht zu wie auf einem arabischen Handelsplatz und so fing es einstens auch an. Gegessen werden Würste und Sardinen und seit den 90er Jahren gibt es sogar einen Handwerkermarkt und Kunstausstellungen.

In Galicien feiert man zwischen dem 31. Oktober und dem 11. November, also bis zum Fest des Heiligen Martin, das Kastanienfest. Die Esskastanie war früher das wichtigste Grundnahrungsmittel der Gegend und man versteht sich dort am besten auf das Rösten und die Zubereitung von interessanten Speisen. Am Besten besucht man ein Fest auf den Dörfern, wo die Esskastanien im Freien über Feuer geröstet werden. Man singt und probiert den neuen Wein und isst dazu Chorizzo, die scharfe Paprikawurst.

In der Extremadura, im Südwesten Spaniens, ziehen die Kinder wie an Halloween in Amerika von Haus zu Haus, singen und bitten um Süßigkeiten. Sie bekommen hier Feigen und süße Kuchen, auch Quittengelee und natürlich auch Esskastanien.

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